„Bewahrung der Schöpfung“ in der Eberhardsgemeinde

Das Umweltteam der Eberhardsgemeinde trifft sich regelmäßig etwa vierteljährlich und beschäftigt sich mit Themen, die sich aus dem biblischen Auftrag zur Bewahrung von Gottes Schöpfung ergeben.

Zu den behandelten Themen gehörten in den letzten Jahren ökologische Aspekte bei anstehenden Sanierungen in der Eberhardsgemeinde, z.B. die Frage, in welcher Form die schon sehr in die Jahre gekommene Kirchenheizung erneuert werden soll. Die Überlegungen, ob Fernwärme oder ein Mini-Blockheizkraftwerk der Tübingen Stadtwerke realistische Möglichkeiten darstellen könnten, wurden an einem Abend mit Spezialisten der Stadtwerke diskutiert.

Im letzten Jahr waren die Lehren, die aus den Pandemiemaßnahmen der Bundesregierung zu ziehen sind, Thema im Umweltteam. Die großen Anstrengungen des Staates, die Folgen der pandemiebedingten Schließungen von Geschäften und Kulturveranstaltungen durch Ausgleichszahlungen an die Betroffenen zu mildern, wurden begrüßt. Gleichzeitig konnten sie auch als Hinweis gesehen werden, wie der Staat angemessen auf Krisensituationen reagieren kann. Ein noch viel tiefgreifenderes Problem als die aktuelle Pandemie stellt die Klimakrise dar. Es wurde diskutiert, ob nicht wegen der dringend notwendigen Reduzierung von Ressourcenverbrauch und Treibhausgasemission in unserer Gesellschaft in Zukunft eine finanzielle Grundversorgung der Bevölkerung an die Stelle eines angestrebten Wirtschaftswachstums durch Konsumsteigerung treten sollte. Eine zu diesem Thema geplante Veranstaltung zum „bedingungslosen Grundeinkommen“, die im Herbst 2020 geplant war, musste pandemiebedingt entfallen und soll jetzt im Jahr 2021 nachgeholt werden.

In den letzten Jahren ist es zur Tradition geworden, den Gottesdienst am zweiten Sonntag nach Ostern (der den Namen „Miserikordias Domini“ hat) unter das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ zu stellen. Das Umweltteam war an der Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung dieses Gottesdienstes immer beteiligt. Im Frühjahr 2020 konnte ein bereits vorbereiteter Umweltgottesdienst aufgrund des ersten Lockdowns nicht stattfinden. Wir hoffen, dass in diesem Jahr wieder ein Umweltgottesdient möglich sein wird.

Das Umweltteam freut sich über neue Ideen und Gesichter. Interessierte an den oben genannten Themen sind herzlich eingeladen, an den Treffen des Umweltteams teilzunehmen.

Anstoß zur Gründung des Umweltteams war „der grüne Gockel“

Im Jahr 2000 wurde in der Landeskirche Württemberg ein Umweltmanagementsystem  mit dem Namen  „der grüne Gockel“ eingeführt. Mit diesem System soll der Ressourcenverbrauch in Kirchengemeinden oder kirchlichen Einrichtungen überwacht und nach Möglichkeit vermindert werden. Für die Teilnahme an diesem Umweltmanagementsystem gibt es feste Regeln, deren Einhaltung von externen Gutachterinnen und Gutachtern, den sogenannten Auditorinnen und Auditoren, in wiederkehrenden Prüfungen überwacht wird. Die Eberhardsgemeinde war im Jahr 2004 dem Zertifizierungssystem „der grüne Gockel“ erfolgreich beigetreten und hatte einige Zeit vorher zur Begleitung dieses Prozesses das Umweltteam ins Leben gerufen.

In den ersten zehn Jahren seines Bestehens hat dieses Umweltteam eine ganze Reihe von Umbaumaßnahmen initiiert: die Decke und eine Außenwand des Gemeindehauses wurden mit einer Dämmung versehen, die undichten Fenster im Gemeindehaus wurden durch schall- und wärmedämmende Fenster ersetzt, der Heizkessel wurde erneuert und mit einer verbesserten Steuerung ausgestattet, es wurden sparsamere Lampen eingesetzt.

Auf dem Dach des Kirchgebäudes wurde im Jahr 2008 eine Photovoltaikanlage installiert. Die Finanzierung der Anlage erfolgte ausschließlich aus Spendenmitteln, so dass die Erträge nun für Projekte der Kirchengemeinde zur Verfügung stehen.

Der „grüne Gockel“ hat also eine Zeitlang den Anstoß zu einer spürbaren Reduzierung des Energieverbrauchs in Gemeindehaus und Kirche gegeben. Im Laufe der Zeit wurde es aber schwieriger, Verbesserungen zu finden, die kurzfristig durchzuführen waren, und die notwendigen ausführlichen jährlichen Berichte wurden zu einer Belastung des Umweltteams. Der Arbeitsaufwand für die Erstellung der Berichte war hoch, und die Relevanz dieser Berichte erschien im Vergleich dazu gering. Aus diesem Grund hat das Umweltteam der Kirchengemeinde vorgeschlagen, sich von dem Dach des „grünen Gockels“ zu trennen und das Umweltteam unabhängig davon weiterarbeiten zu lassen. Der Kirchengemeinderat hat diesem Vorgehen zugestimmt.